Posted: August 26th, 2010 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik, Neues | Tags: asche, äste, augen, bäume, beeren, blätter, ernte, garten, glück, himmel, holz, hunde, körbe, körper, kräuter, luft, männer, mund, öl, planeten, quarz, regen, schlick, schwarz, sterne, sträucher, weinen | No Comments »
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Im schwarzen Garten sehen wir die Männer unsere Kräuter pflücken und die herben Beeren.
Sie knien tief im Quarz mit ihren heißen Körpern, reißen Spalten in den Grund und der Garten wird noch schwärzer. Die Sträucher werden matt und licht, Blätter kräuseln sich zu Asche und wir weinen vor der Laube bewacht von fetten Rüden.
Und dann ist nichts mehr zu ernten, sie haben ihre Körbe voll und rufen ihre Hunde, sehen uns an, drehen Äste aus den Bäumen und greifen unsere Arme. Wir schweigen, erstarren. Es ist still hier.
In den Händen der Männer zerfasert das Holz, sie recken es hoch, verwischen den Himmel und löschen die Sterne und alle Planeten bevor sie uns lassen und raunend verschwinden in die Spalten im Quarz.
Wir setzen uns. Schwülfeuchte Luft. Du sagst wir hatten Glück. Ich nehme deine Hand, es fällt kalter Regen, dickste Tropfen, sie schmecken nach Öl und stehen uns zügig bis zur Hüfte und über den Mund und dann bist du weg. Ich hab dich nicht mehr, ich fühl dich nicht mehr. Ich trinke und trinke und saufe das Öl und saufe bis ich noch in Pfützen sitze. Ich rufe, doch ich höre nichts; der Garten voll Schlick. Ich lege mich hin und sinke ein. Ein letzter Blick, deine Augen. So schön. Und dann alles schwarz.
Posted: April 24th, 2010 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik, Lyrik, Neues | Tags: atem, bahnsteig, bäume, dunkelheit, fenster, furcht, gedanken, gelb, glas, gleise, grausen, licht, schulter, tod, wolken, zug | No Comments »
Hinter dem Fenster der Tod und das Grausen,
kahle Bäume, blasse Wolken.
Das Glas liegt kalt an meiner Schulter.
Unten im Gleisbett reißen die Schienen auseinander
und klatschen wieder zusammen.
Es wird dunkel.
Gelbes Licht beim nächsten Halt.
Die Leute frieren am Bahnsteig.
Ich höre was sie denken. Ich fürchte was ich höre.
Ich lege meinen Parka zwischen uns.
Ich atme kaum.
Keiner steigt ein. Der Zug fährt an.
Noch drei Stationen.
Ich schaffe es nicht.
Posted: Februar 2nd, 2010 | Author: André | Filed under: Lyrik, Neues | Tags: alptraum, angst, bäume, eis, gas, haare, horror, jalousien, kälte, kopf, melasse, metall, mund, nacken, nase, nikotin, ohne ausweg, tod, wände, zug | No Comments »
Diese Bahnfahrten, diese schrecklichen Bahnfahrten. Tote Bäume rauschen an mir vorbei und das kalte Metall der Signalmasten. Es ist eng, die graue Wandverkleidung greift nach mir, zieht meinen Arm, das Fensterglas fließt, läuft wie Melasse zäh über meinen Kopf, eiskalt stechend in den Nacken.
Mein zerfurchter Vordermann dreht sich um, beugt sich weit über die Lehne, ich presse mich tief in den Sitz. Seine Haare wachsen Meter um Meter, legen sich vor meinen Mund, er sagt: “Es ist vorbei für dich, das war‘s. Die Nase lass ich frei für‘s Gas.“
Posted: November 30th, 2009 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik, Neues | Tags: asphalt, bäume, bett, blätter, blattgold, diffus, fenster, frost, geister, gerinsel, glanz, glühen, gold, goldregen, häuser, helikopter, herbst, hospital, kalt, laken, licht, luft, rauschen, rettung, rotor, schatten, scheiben, schweben, straße, tod, tür, wellen, wind, wirbel | 1 Comment »
Abend am Hospital. Ein Helikopter zieht vorbei.
Diffuses Licht. Scheinwerfer lassen Backsteinhäuserfronten
orangerot glühen und schneiden durch den kalten Wind,
die vom Rotor flappende Herbstluft.
Bäume werden geschüttelt, die Blätter zittern und rauschen,
reißen ab und flirren mir um den Kopf, in wildem Wirbel
über die feuchte Straße.
Wer wird da gerettet?
Ich stehe im Goldregen, im Blattgoldrauschen, im frischen
Herbstluftstrudel am Straßenrand.
Wie Wellen gleiten Schatten über den Asphalt.
Licht zaubert an Fenstern und Scheiben und überall Gold.
Die Retter landen. Das Gerinsel platzt.
Kein Blattbad mehr, kein Glanz, kein Wind. Es riecht nach Frost.
Der Tod ist hier. Ich renne los. Mich kriegt er nicht.
Posted: November 17th, 2009 | Author: André | Filed under: Lyrik, Neues | Tags: allein, ängste, bäume, blut, geister, kälte, leben, nebel, regen, schmerz, schwärze, spuk, teufel, traum, wind | No Comments »
Nacht und in den kalten Gassen pocht kein Herz, kein Atem geht,
nur Stille und pechschwarze Schatten, müder Wind der schleichend weht.
Ich trete ein in Dunkeheit, schlotternd in den kalten Hauch,
halte mich fest selbst umschlungen und die Angst, sie hält mich auch.
Schwarz vor Schwarz wandern Konturen, Bäume rascheln dunkle Lieder
und die knisternden Figuren jagen Furcht in meine Glieder.
Hier ein Wispern, dort ein Flüstern, besser wär’s ich würde rennen,
doch es sind die schweren Ängste, die fest meine Schritte hemmen.
Ein Gesicht, fade Gestalten: es ist als würden Tannen wandern.
In Not und Schock steh ich versteinert, spüre meinen Mut mäandern.
Zischen, knistern, knastern, rascheln, Stimmen, Laute, Stille, Lärm:
In meinem Kopf, vor meinen Augen ist’s als wenn hier Geister wär’n.
Ein kalter Zug, ein Schlag, ein Blitz. Ich beuge mich im Schmerz zum Bogen.
In meinem Herzen, meiner Seele spüre ich die dunklen Wogen.
Zweige greifen meine Jacke. Was passiert? Ich bin wie Eis.
Dämonen hier in dieser Gasse… meine Augen werden heiß.
Kalter Regen, kalter Regen – frischer Schwall und kühler Kopf.
Bin am Boden, doch am schweben: Klarheit rüttelt meinen Schopf.
Geister, Bäume, Laute, Schmerzen: Alles nur ein böser Traum?
Viel gefeiert, viel getrunken. Morgen gibt der Wahrheit Raum.
Ich stehe wieder, fühle Leben, zitternd aufrecht, Blut am Munde.
Geister sind mir ausgetrieben – was bleibt ist Nebel früher Stunde.
Posted: November 10th, 2009 | Author: André | Filed under: Neues, Themen | Tags: bäume, bruder, bulle, fleisch, freunde, kind, kuh, mutter, regen, rind, schwester, steak, vater, vegetarismus, wald, wiese | No Comments »
Auf der Wiese liegen Kühe mit wilden Frisuren.
Am Waldrand drücken sie sich bei Regen unter
Baumkronen dicht aneinander.
Es sind Väter, Mütter, Schwestern, Brüder.
Das Kilo 2,99.
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