Posted: November 30th, 2009 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik, Neues | Tags: asphalt, bäume, bett, blätter, blattgold, diffus, fenster, frost, geister, gerinsel, glanz, glühen, gold, goldregen, häuser, helikopter, herbst, hospital, kalt, laken, licht, luft, rauschen, rettung, rotor, schatten, scheiben, schweben, straße, tod, tür, wellen, wind, wirbel | 1 Comment »
Abend am Hospital. Ein Helikopter zieht vorbei.
Diffuses Licht. Scheinwerfer lassen Backsteinhäuserfronten
orangerot glühen und schneiden durch den kalten Wind,
die vom Rotor flappende Herbstluft.
Bäume werden geschüttelt, die Blätter zittern und rauschen,
reißen ab und flirren mir um den Kopf, in wildem Wirbel
über die feuchte Straße.
Wer wird da gerettet?
Ich stehe im Goldregen, im Blattgoldrauschen, im frischen
Herbstluftstrudel am Straßenrand.
Wie Wellen gleiten Schatten über den Asphalt.
Licht zaubert an Fenstern und Scheiben und überall Gold.
Die Retter landen. Das Gerinsel platzt.
Kein Blattbad mehr, kein Glanz, kein Wind. Es riecht nach Frost.
Der Tod ist hier. Ich renne los. Mich kriegt er nicht.
Posted: November 17th, 2009 | Author: André | Filed under: Lyrik, Neues | Tags: allein, ängste, bäume, blut, geister, kälte, leben, nebel, regen, schmerz, schwärze, spuk, teufel, traum, wind | No Comments »
Nacht und in den kalten Gassen pocht kein Herz, kein Atem geht,
nur Stille und pechschwarze Schatten, müder Wind der schleichend weht.
Ich trete ein in Dunkeheit, schlotternd in den kalten Hauch,
halte mich fest selbst umschlungen und die Angst, sie hält mich auch.
Schwarz vor Schwarz wandern Konturen, Bäume rascheln dunkle Lieder
und die knisternden Figuren jagen Furcht in meine Glieder.
Hier ein Wispern, dort ein Flüstern, besser wär’s ich würde rennen,
doch es sind die schweren Ängste, die fest meine Schritte hemmen.
Ein Gesicht, fade Gestalten: es ist als würden Tannen wandern.
In Not und Schock steh ich versteinert, spüre meinen Mut mäandern.
Zischen, knistern, knastern, rascheln, Stimmen, Laute, Stille, Lärm:
In meinem Kopf, vor meinen Augen ist’s als wenn hier Geister wär’n.
Ein kalter Zug, ein Schlag, ein Blitz. Ich beuge mich im Schmerz zum Bogen.
In meinem Herzen, meiner Seele spüre ich die dunklen Wogen.
Zweige greifen meine Jacke. Was passiert? Ich bin wie Eis.
Dämonen hier in dieser Gasse… meine Augen werden heiß.
Kalter Regen, kalter Regen – frischer Schwall und kühler Kopf.
Bin am Boden, doch am schweben: Klarheit rüttelt meinen Schopf.
Geister, Bäume, Laute, Schmerzen: Alles nur ein böser Traum?
Viel gefeiert, viel getrunken. Morgen gibt der Wahrheit Raum.
Ich stehe wieder, fühle Leben, zitternd aufrecht, Blut am Munde.
Geister sind mir ausgetrieben – was bleibt ist Nebel früher Stunde.
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