Posted: August 3rd, 2010 | Author: André | Filed under: Lyrik, Neues | Tags: abend, akazien, caribous, dohlen, funken, glück, gras, königin, krone, moos, odessa, reise, schatten, tauben, vögel, weizen, zimt | No Comments »
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Es ist schön hier in Odessa.
Wir liegen bei den Caribous.
In grünem Weizen, Moos und Gras.
Über uns wirbeln Tauben und Dohlen.
Du freust dich auf den Abend.
Deine Krone liegt auf meinem Bauch.
Was wir haben schmeckt nach Zimt.
Was wir haben wirkt.
Das Moos kühlt und ist watteweich.
Eine Hirschkuh spendet Schatten, wir füttern Akazien.
Oben flackern die Vögel, schlagen heiße Funken.
Sie ziehen bunte Bahnen und grünrotgelbe Strudel.
Unser Glück ist angenehm.
Alles kann so weitergehen.
Mit mir und meiner Königin.
Posted: April 24th, 2010 | Author: André | Filed under: Lyrik | Tags: blaue Stunde, farben, fremde, hitze, illusionen, klänge, körper, licht, liebe, macht, mädchen, morgenröte, Nacht, schatten, sein | No Comments »
Licht glänzt gleißend. Schatten huschen. Bässe packen Körpern.
Draußen klingen Klänge wage, sphärisch aus der Ferne.
Feuchte Hitze. Illusionen. Farben funkeln. Fremde lachen.
Nacht fängt dich, schluckt dich, liebt dich, lässt dich.
Blaue Stunde.
Süßes Mädchen.
Morgenröte.
Sein.
Posted: März 31st, 2010 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik, Neues | Tags: brachland, büro, fett, flammen, flummy, glitzer, haus, kaffee, kopf, papier, schatten, sonne | No Comments »
Der Kaffee schmeckt nach Schmierfett. Warum stellt das keiner ab?
Und warum sitze ich hier im Schatten, am Schreibtisch mit Papieren?
Die Luft ist OK, aber mein Smilie-Flummy liegt auf dem Kopf.
Es ist still auf dieser Seite des Hauses. Hier ist nur Brachland.
Hier stehen Zweckbauten. Dahinten fällt Sonne auf’s Gebüsch.
Wie das wohl ist, mit Sonne?
In den Smilie-Flummy sind bunte Glitzerplättchen eingearbeitet.
Doch sie glitzern nicht. Das Ding liegt da, auf dem Kopf, verzieht das
Gesicht und glitzert nicht. Alles kommt wie es muss, ohne Sonne.
Aber wer will schon in Flammen stehen?
Bring on the night
I couldn’t spend another our of daylight
Posted: Januar 25th, 2010 | Author: André | Filed under: Lyrik, Neues | Tags: das nichts, glut, grau, hände, haut, kälte, kopf, körper, nebel, schatten, schmerz, schnee, schwärze, sonne, summen, weiß, wimmern | No Comments »
Um sie herum schneeweiße Wände, ohne Makel, purer Schein.
Sie liegt und ihre kleinen Hände greifen ohne Kraft hinein.
Direkt ins Gleißen, rein in Sonnen, Lichter blendend aufgereiht.
Ohne Not damit begonnen, es brennt wie Glut, sie möchte schreien.
Figuren streifen ihren Körper, kalte Küsse auf der Haut.
Schemenhafte Schattenmänner, grau in grau; sie hockt und schaut.
„Wir kümmern uns um dich“, sie flüstern, „kümmern uns um dich, gewiss.“
Sie drückt sich lang an weißen Mauern, nackt, in ihrem Kopf ein Riss.
Jetzt kauert sie in fahler Ecke, fahle Nebel tätscheln sie.
Wo sie streicheln schwarze Flecken, schwarze Löcher fressen sie.
Ihre Schenkel, ihre Arme, ihren Rücken, ihren Mund.
Sie ist nicht mehr, sie ist verschlungen, fortgewischt, gelöscht vom Grund.
Zurück bleibt leis ein schwaches Summen, leer und matt ihr letzter Ton.
Zartes Wimmern… bald verklungen… hier im Nichts. Wen kümmert’s schon.
Posted: Dezember 8th, 2009 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik, Neues | Tags: abgaben, anzüge, applaus, arbeit, betäubung, bier, brüste, existenz, fade, hartz 4, hilfe, hoffnung, körper, kostüme, licht, menschen, papier, saal, schatten, schnaps, seelsorge, steuer, stifte, trauer | 6 Comments »
Unter fadem Licht schlecht sitzende Anzüge und Kostümchen.
Stifte schmieren auf Karopapier.
Abgabenordnung,
Gewerbesteuer,
Hebesatz.
Die Kleine am Stehtisch netzwerkt mit ihren Brüsten.
Der Steuerpapst am Pult erfrischt selbstironisch.
Nächstes Thema: Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit.
Viele gehen. Ein Seelsorger tritt auf.
Dann: Existenzgründung aus Hartz 4. Der Saal leert sich.
Verdruckste Menschen bleiben. Sie starren auf ihre Blöcke.
Oben doziert ein Trauerredner. Seine Stimme stockt, wird leise
und leiser. Ein kurzer Vortrag. Zaghaftes Klatschen.
Ich stehe auf. Mein Körper wirft hier keine Schatten. Wir gehen.
Wir wollen ein Bier trinken und vielleicht einen Schnaps.
“Für den Magen.”
Na und?
Posted: November 30th, 2009 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik, Neues | Tags: asphalt, bäume, bett, blätter, blattgold, diffus, fenster, frost, geister, gerinsel, glanz, glühen, gold, goldregen, häuser, helikopter, herbst, hospital, kalt, laken, licht, luft, rauschen, rettung, rotor, schatten, scheiben, schweben, straße, tod, tür, wellen, wind, wirbel | 1 Comment »
Abend am Hospital. Ein Helikopter zieht vorbei.
Diffuses Licht. Scheinwerfer lassen Backsteinhäuserfronten
orangerot glühen und schneiden durch den kalten Wind,
die vom Rotor flappende Herbstluft.
Bäume werden geschüttelt, die Blätter zittern und rauschen,
reißen ab und flirren mir um den Kopf, in wildem Wirbel
über die feuchte Straße.
Wer wird da gerettet?
Ich stehe im Goldregen, im Blattgoldrauschen, im frischen
Herbstluftstrudel am Straßenrand.
Wie Wellen gleiten Schatten über den Asphalt.
Licht zaubert an Fenstern und Scheiben und überall Gold.
Die Retter landen. Das Gerinsel platzt.
Kein Blattbad mehr, kein Glanz, kein Wind. Es riecht nach Frost.
Der Tod ist hier. Ich renne los. Mich kriegt er nicht.
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