Ein anderes Leben ist möglich.

In mono.

Posted: April 24th, 2010 | Author: André | Filed under: Lyrik, Neues | Tags: , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

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Perfekte Nacht. Die Mühle schimmert
magischblau vor klarem Himmel,
Sternen und Lichtern. Lichtjahre alt.

Gedämpfte Töne, kaum Kontraste.
Mühle und Himmel. Funkelnd und still.

Weißer Mond wirft matten Schein.
Entspannte Ruhe, Atem geht.

Schritte rascheln, feuchtes Gras.
Wenig Wind. Leicht und warm.
Oben die Sterne. Lichtjahre alt.


Im Goldregen, im Blattgoldrauschen.

Posted: November 30th, 2009 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik, Neues | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Comment »

Abend am Hospital. Ein Helikopter zieht vorbei.

Diffuses Licht. Scheinwerfer lassen Backsteinhäuserfronten
orangerot glühen und schneiden durch den kalten Wind,
die vom Rotor flappende Herbstluft.

Bäume werden geschüttelt, die Blätter zittern und rauschen,
reißen ab und flirren mir um den Kopf, in wildem Wirbel
über die feuchte Straße.

Wer wird da gerettet?

Ich stehe im Goldregen, im Blattgoldrauschen, im frischen
Herbstluftstrudel am Straßenrand.

Wie Wellen gleiten Schatten über den Asphalt.
Licht zaubert an Fenstern und Scheiben und überall Gold.

Die Retter landen. Das Gerinsel platzt.

Kein Blattbad mehr, kein Glanz, kein Wind. Es riecht nach Frost.
Der Tod ist hier. Ich renne los. Mich kriegt er nicht.


Spuk.

Posted: November 17th, 2009 | Author: André | Filed under: Lyrik, Neues | Tags: , , , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Nacht und in den kalten Gassen pocht kein Herz, kein Atem geht,
nur Stille und pechschwarze Schatten, müder Wind der schleichend weht.

Ich trete ein in Dunkeheit, schlotternd in den kalten Hauch,
halte mich fest selbst umschlungen und die Angst, sie hält mich auch.

Schwarz vor Schwarz wandern Konturen, Bäume rascheln dunkle Lieder
und die knisternden Figuren jagen Furcht in meine Glieder.

Hier ein Wispern, dort ein Flüstern, besser wär’s ich würde rennen,
doch es sind die schweren Ängste, die fest meine Schritte hemmen.

Ein Gesicht, fade Gestalten: es ist als würden Tannen wandern.
In Not und Schock steh ich versteinert, spüre meinen Mut mäandern.

Zischen, knistern, knastern, rascheln, Stimmen, Laute, Stille, Lärm:
In meinem Kopf, vor meinen Augen ist’s als wenn hier Geister wär’n.

Ein kalter Zug, ein Schlag, ein Blitz. Ich beuge mich im Schmerz zum Bogen.
In meinem Herzen, meiner Seele spüre ich die dunklen Wogen.

Zweige greifen meine Jacke. Was passiert? Ich bin wie Eis.
Dämonen hier in dieser Gasse… meine Augen werden heiß.

Kalter Regen, kalter Regen – frischer Schwall und kühler Kopf.
Bin am Boden, doch am schweben: Klarheit rüttelt meinen Schopf.

Geister, Bäume, Laute, Schmerzen: Alles nur ein böser Traum?
Viel gefeiert, viel getrunken. Morgen gibt der Wahrheit Raum.

Ich stehe wieder, fühle Leben, zitternd aufrecht, Blut am Munde.
Geister sind mir ausgetrieben – was bleibt ist Nebel früher Stunde.


Mimir.

Posted: September 15th, 2009 | Author: André | Filed under: Keine Lyrik | Tags: , , , , , , , , , , , , | No Comments »

Ich sitze am Fenster. Schaue in den Regen. Graue Tropfen auf kalter Scheibe. Graue Vögel unter grauen Dächern plustern sich auf und sehen graue Menschen in grauen Autos auf grauem Asphalt. Ihre Gesichter sind grau. So wie der Himmel. So wie die Wolken. So wie die Pfützen. So wie die Bäume. So wie der Tag.

Die Menschen ziehen die Mäntel zu. Der Regen ist stark. Tropfen wirbeln. Tüten flattern. Ein Kind fällt hin und der Regen hört auf.

Mein Blick hängt an der alten Gewerbebrache. Ein Riese lukt über das Dach. Sein rotes Haar kreiselt im Wind. Ich winke ihm zu, er verkneift die Augen, späht quer herüber, winkt kurz zurück, senkt die Hand, duckt sich hinter die Fassade.

Ich lehne mich nach hinten, versinke im Sitz. Die Wolkendecke bricht auf, die Sonne kommt raus, der Wind flaut ab, ich öffne das Fenster, schreibe einen Reim, nippe am Glas, sehe die Vögel, schließe die Augen, atme durch, strecke mich, gähne, beuge mich runter, greife meine Tasche, krame nach Zeug, spüre feuchtwarme Brise, Zettel flattern, ich richte mich auf, haue unter die Tischkante, rubbele meinen Kopf, schaue aus dem Fenster.

Riesenbesuch.