Wenn wir keine Ikonen mehr bauen, keine Superstars und keine Diven, wenn wir nicht mehr in Dekaden denken und in großen Bahnen, wenn wir alles kaputt und klein diskutieren und dann
gar nichts mehr haben worauf wir uns einigen können; rein gar nichts mehr wo wir alle sagen
– ja, ganz gleich was ist – das hier ist das eine große Ding, speziell, besonders, kommt nicht wieder. Wenn wir all das nicht mehr pflegen, bleibt nur noch Graubrot mit Tilsiter. Camembert an guten Tagen. Dann bleiben noch Sitzgruppen und wertstabile Volkswagen. Dann funkelt nichts mehr und nichts bebt. Kein Herz und keine Ader. Kein Schimmer und kein scheinen ist dann mehr; keine Ahnung davon, dass da vielleicht noch was ist, noch was wartet, noch etwas sein kann. Weit weg von 2ZKB, 1.4L und all den blassen Chiffren, die uns der Jägerzaun sind. Es hat zu viel Klein-Klein. Es hat zu wenig Showtreppen. Alles so echt, viel zu echt, auf dass wir daran ersticken.
Ich möchte euch Lesern danken, allen die ermutigen und auch
insbesondere denen, die mich bewegen. Ich habe nachgedacht
und finde, ich habe einen Wunsch frei:
Lasst uns kämpfen.
Wir dürfen nicht ruhig bleiben. Besonnenheit hat uns dahin
gebracht wo wir heute sind. Wir müssen brüllen und die Dinge
beim Namen nennen. Wir müssen denen über das Maul fahren,
wenn sie wieder reden und schwatzen und die Deutungshoheit
greifen. Da müssen wir was tun. Da müssen wir jetzt dazwischen.
Und gemeinsam können wir da auch was machen, Täuscher,
Blender und Falschspieler wegdrücken. Dann wird nicht alles
besser und ja: Manche von uns werden vielleicht die. Aber das
bekommen wir in den Griff. Dass es leicht wird bilden wir uns
nicht ein. Hauptsache wir benutzen endlich unseren Verstand.
Wir spüren doch, es stimmt was nicht. Es muss was passieren.
Lassen wir uns nicht täuschen. Lassen wir uns nicht einwickeln
in die Simulation, die aus Menschen Faktoren macht. Lassen wir
uns nicht verarschen. Und also:
Feedback